SAC QRC3 2026: Was der Sommer-Release im Tagesgeschäft verändert
Drei neue Diagrammtypen, schnellere breite Tabellen, mehr Spielraum für den Fachbereich – und zwei KI-Funktionen, von denen vor allem eine die Arbeit im Story-Design verändert.
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Drei neue Diagrammtypen, schnellere breite Tabellen, mehr Spielraum für den Fachbereich – und zwei KI-Funktionen, von denen vor allem eine die Arbeit im Story-Design verändert.
Am 15. und 16. August ist der dritte Quarterly Release Cycle (QRC3) 2026 in den Produktivsystemen von SAP Analytics Cloud (SAC) angekommen. Beworben wird der Release über seine KI-Funktionen. Der größere Teil der Neuerungen betrifft jedoch Dinge, die Anwenderinnen und Anwender jeden Tag vor sich haben: zusätzliche Diagrammtypen, kürzere Ladezeiten, weniger Klickarbeit in der Pflege. Die stärkste Einzelneuerung ist trotzdem eine KI-Funktion – die Skript-Unterstützung im Story-Design. Der Reihe nach.
Drei neue Diagrammtypen
Funnel, Gauge und Sankey stehen jetzt nativ zur Verfügung. Der Funnel bildet Prozessstufen ab, etwa Conversions oder eine Vertriebspipeline. Der Gauge bringt einen einzelnen KPI sofort auf den Punkt. Der Sankey zeigt, wie Werte zwischen Stufen oder Kategorien fließen – bei Themen wie Mittelverwendung oder Kundenströmen oft die einzige wirklich lesbare Darstellung.
Neu erfunden ist keiner dieser Typen. Entscheidend ist, dass der Umweg über Custom Widgets und Behelfslösungen entfällt. Das senkt den Wartungsaufwand, reduziert die Abhängigkeit von Erweiterungen und macht ein paar Stories möglich, die sich vorher schlicht nicht sauber umsetzen ließen.
Lazy Loading bei breiten Tabellen
Weniger sichtbar, im Alltag aber mindestens so wichtig: die Performance breiter Tabellen. Hat eine Tabelle mehr Spalten, als auf den Bildschirm passen, lädt SAC zunächst nur die sichtbaren. Der Rest wird nachgeladen, sobald horizontal gescrollt wird.
Das klingt unspektakulär, wirkt sich aber direkt auf die Ladezeit aus – gerade bei den datenlastigen Reports, bei denen bisher gewartet wurde. Und über die Akzeptanz im Fachbereich entscheidet am Ende oft genau das.
Quick Builder jetzt auch für Widgets
Die Laufzeit-Bearbeitung über den Quick Builder gab es bisher nur für Tabellen. Mit QRC3 lässt sie sich pro Widget auch für andere Elemente freischalten. Anwenderinnen und Anwender tauschen dann Dimensionen und Kennzahlen aus, während sie die Story betrachten, ohne den zugrunde liegenden Report zu verändern.
Das ist ein tragfähiger Kompromiss zwischen Self-Service und Governance: Der Fachbereich passt sein Dashboard selbst an, das freigegebene Layout bleibt unangetastet. Für das zentrale BI-Team bedeutet das weniger Ad-hoc-Anfragen für Kleinigkeiten.
Suchen und Ersetzen in Filtern
Filterwerte lassen sich jetzt gezielt suchen und ersetzen, statt einen Filter aufzulösen und neu aufzubauen. Wer viele Stories oder umfangreiche Filterdefinitionen pflegt, kennt das Problem: Ändert sich ein Wert, war die Anpassung bisher kleinteilig und fehleranfällig.
Aus einer lästigen Pflegeaufgabe wird damit ein nachvollziehbarer Handgriff. Kein Feature für die Schlagzeile, aber genau die Art von Detailverbesserung, die nach dem ersten Einsatz selbstverständlich wird.
Prompt Insights direkt in der Story
Die erste der beiden KI-Neuerungen ist ein Prompt-Widget. Ein frei formulierter Prompt wird mit den Daten einer Tabelle oder eines Diagramms kombiniert, SAC übergibt diesen Kontext an ein Sprachmodell. Zurück kommen Zusammenfassungen, Einordnungen oder Risikobewertungen – mitten in der Story, nicht in einem separaten Tool.
Der Gewinn liegt weniger in der Technik als im Wegfall des Medienbruchs. Bisher sieht der Fachbereich die Zahlen und muss sie selbst interpretieren oder nachfragen. Jetzt steht die Deutung direkt neben der Kennzahl. Der Weg von „Was sehe ich hier?“ zu „Was heißt das für uns?“ wird deutlich kürzer.
Story-Scripting in natürlicher Sprache
Die zweite KI-Funktion hat den größeren Hebel. Wer schon einmal fremde Story-Skripte übernehmen musste, kennt den Aufwand. Die neue Funktion arbeitet in beide Richtungen: Beschrieben wird in natürlicher Sprache, was passieren soll, und SAC schlägt die passende Skriptlogik vor. Umgekehrt lässt sich bestehender Code erklären, statt ihn Zeile für Zeile nachzuvollziehen.
Damit sinkt die Einstiegshürde spürbar. Designerinnen und Designer ohne tiefe Scripting-Erfahrung trauen sich an komplexere Interaktionen, erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler verlieren weniger Zeit mit Routine und Einarbeitung. In Teams, in denen Entwicklungskapazität ohnehin knapp ist, liegt hier die größte Wirkung des Releases.
Einordnung: für wen sich der Release lohnt
QRC3 ist kein Release für eine einzelne Zielgruppe. Die neuen Charts und das Lazy Loading verbessern, was Anwenderinnen und Anwender täglich vor sich haben. Der Quick Builder gibt dem Fachbereich mehr Eigenständigkeit. Die KI-Funktionen – allen voran die Skript-Unterstützung – entlasten diejenigen, die Stories bauen.
Eine Einschränkung gehört dazu: Ob die KI-Funktionen im eigenen System verfügbar sind, hängt von Edition und Lizenzierung ab. Ein Blick in den eigenen Tenant lohnt sich, bevor Erwartungen gesetzt werden. Den vollständigen Umfang listen der SAP Road Map Explorer und der What’s-New-Viewer im Produkt.
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