DEEP DIVE

Die Konfigurationseinheit

22. April 2026
Diesen Artikel teilen
Inhalt
Die Konfigurationseinheit 1

In den letzten beiden Beiträgen wurde auf den Nutzen des Konfigurationsmanagements bei produzierenden Unternehmen im Übergang von ETO zu CTO (+),sowie bei Betreibern von Maschinen und Anlagen eingegangen. Dort ist Maximilian Böttge (Profit Center Leiter PLM, BDF) auch immer wieder auf die Konfigurationseinheit zu sprechen gekommen, dies wird folgend näher beleuchtet. 

Was ist eine Konfigurationseinheit?

Abbildung 1: Konfigurationseinheit nach Nils Hülsmann IT-Projektleiter thyssenkrupp Marine Systems
Abbildung 1: Konfigurationseinheit nach Nils Hülsmann IT-Projektleiter thyssenkrupp Marine Systems

Die Konfigurationseinheit (auch Konfigurationselement oder Artefakt genannt) ist die zentrale Entität im Konfigurationsmanagement. Sie bildet den Verknüpfungspunkt einer Anzahl an zueinander in Beziehung stehenden Arbeitsergebnissen. Sie ist auch der Aufsetzpunkt für den Produktentstehungs- und Produktpflegeprozess relevanter Prozesse. Sie unterliegt einem integrierten Änderungs- und Baselinemanagement.

Daten- und Prozessobjekt Konfigurationseinheit

Die Konfigurationseinheit vereint nicht nur Dateninformationen, sondern dient auch als Aufsetzpunkt für die Prozesse. Damit bildet sie die ursprünglichen Aufgaben des Konfigurationsmanagements zentral ab:

  • Planung: Die Konfigurationseinheit bildet den Ausgangspunkt für den Konfigurationsmanagement-Prozess. Sie dient als Planungsobjekt für zu erarbeitende Informationen (bspw. Metadatenklassifizierung) und Objekte (bspw. Dokumente und Materialstämme) sowie dazu Ergebnisse festzuhalten.
  • Verwaltung: Die Konfigurationseinheit ist das zentrale Verwaltungsobjekt. Sie führt die Daten zusammen und stellt sie anforderungsbezogen bereit. Dabei ändert sich der Datenfüllstand über die Zeit. Durch die Integration in Änderungsmanagement und Freigabeprozesse ist ihr Status immer transparent darstellbar.
  • Steuerung: Auf Basis der Konfigurationseinheit werden Änderungs- und Freigabeprozesse gesteuert. Auch die Aufnahme der Konfigurationseinheit in Baselines zu bestimmten Meilensteinen (bspw. PDR, CDR, PRR) wird hier gesteuert, um die verschiedenen Stände abzubilden.
  • Abläufe und Prozesse: Die Konfigurationseinheit ist zentraler Ansatzpunkt für die Prozesse und Abläufe aus Produkt- sowie aus Projektsicht. Dabei sind vor allem Prozesse aus dem Änderungs-, Freigabe- Versions-, Release- und Modulmanagement zu nennen.

Konfigurationseinheit als Spinne im Netz

Um die ihr zugedachten Aufgaben erfüllen zu können, muss die Konfigurationseinheit mit verschiedenen Stamm- und Prozessobjekten sowie Stamm- und Prozessinformationen verknüpft sein. Wir unterscheiden dazu generell zwischen zwei Zuständen der Konfigurationseinheit:

  1. Neutrale Konfigurationseinheit: Die neutrale Konfigurationseinheit enthält nur neutrale, daher nicht projektbezogene, Informationen. Sie ist Bezugspunkt für eine Freigabe zur Wiederverwendung über Projekte hinweg. Die neutrale Konfigurationseinheit kann mehrere logistisch unterschiedliche aber konstruktiv gleiche Materialien (bspw. unterschiedliche Oberflächenbearbeitungen) zusammenfassen.
  2. Verwendung der Konfigurationseinheit: Die Verwendung der Konfigurationseinheit bietet die Möglichkeit projekt- und einbauortspezifische Informationen abzulegen. Die Freigabe bezieht sich dabei auf die Verwendung der Konfigurationseinheit im Projekt genau an dieser Stelle. Die Materialauswahl reduziert sich auf ein verwendetes Material. Abhängig ihres Zustandes vereint die Konfigurationseinheit daher verschiedene Daten.
Die Konfigurationseinheit 3

Um die maximal integrierte Wiederverwendung einer Konfigurationseinheit zu ermöglichen, werden dabei nicht nur rein konstruktive Daten wie eBoM, konstruktive Materialstämme und Änderungsnummern aus dem Konstruktionsprozess zusammengefasst, sondern der Datenpool in Richtung der logischen Abwicklung mittels logistischer Materialstämme (1:n konstruktiver zu logische Materialstämme), Arbeitsplänen, Fertigungsaufträgen, Controlling Objekten und Bestellungen bis hin zur Abbildung des IST Standes über technische Plätze und Equipments erweitert.

(Siehe auch Hybride Baukästen von Prof. Dr. Jörg. W. Fischer)

Verwendung der Konfigurationseinheit im Projektabwicklungsprozess

Die Konfigurationseinheit kann im Projektabwicklungsprozess verwendet werden. Unter dem Begriff Model Once – Configure and Reuse Anywhere erkennen wir den zentralen Nutzen der Konfigurationseinheit. Nach der Freigabe zur Wiederverwendung kann die neutrale Konfigurationseinheit in einem Projekt mittels der Verwendung der Konfigurationseinheit genutzt werden. Dort können klassischen Projektabwicklungsprozesse ETO, CTO und CTO+ bedient werden. Durch die Verwendung ist eben auch eine projektspezifische Anpassung und Erweiterung möglich, ohne die Integrität der neutralen Konfigurationseinheit zu gefährden. Durch die unterschiedlichen Freigabetype,

  • Freigaben neutrale Konfigurationseinheit: Freigabe zur Wiederverwendung
  • Freigabe der Verwendung der Konfigurationseinheit: Freigabe der projektspezifischen Nutzung und deren projektspezifische Anpassung

ist der Status der Konfigurationseinheit und ihrer Verwendung immer klar getrennt und transparent dargestellt. Trotzdem können durch die Verbindung zwischen neutraler Konfigurationseinheit und Verwendung der Konfigurationseinheit projektspezifische Anpassung gesteuert in eine Revision der neutralen Konfigurationseinheit einfließen sowie im Projekt aufgetretene produktbezogene Problemstellungen gesteuert an die Produktpflege weitergegeben werden.

Die Konfigurationseinheit 5

 

1. Die technologische Basis für Echtzeit-Entscheidungen

Der größte Mehrwert von MIKA liegt in seiner Architektur, die konsequent auf die Nutzung von Live-Daten setzt. Dies ist ein entscheidender Faktor für Controller, die auf maximale Aktualität und Datenkonsistenz angewiesen sind.

Live Connection: Das Ende der Datenlatenz

MIKA nutzt die Live Connection der SAP Analytics Cloud. Im Gegensatz zu Importmodellen, bei denen Daten in die SAC repliziert werden müssen, bleiben die Daten zu jeder Zeit im Quellsystem – dem SAP S/4HANA.

  • Echtzeit-Controlling: Jede Analyse und jeder Bericht greift direkt auf die neuesten Buchungen im SAP-System zu. Es gibt keine zeitliche Verzögerung durch nächtliche oder stündliche Ladevorgänge.
  • Maximale Sicherheit: Da keine Datenreplikation stattfindet, bleiben die sensiblen Finanzdaten sicher im SAP-System. Die SAC fungiert lediglich als Visualisierungs- und Analyse-Layer, was den Compliance-Anforderungen vieler Unternehmen entgegenkommt. 

CDS Views: Konsistenz und Performance aus S/4HANA

Die Grundlage für die performante Datenbereitstellung bilden die Core Data Services (CDS Views) in S/4HANA. Diese optimierten Views dienen als konsistente und performante Datengrundlage für die MIKA. Sie stellen sicher, dass die komplexen Kalkulationsdaten bereits im SAP-System logisch aufbereitet werden, bevor sie in der SAC visualisiert werden. Dies garantiert nicht nur eine hohe Geschwindigkeit bei der Datenabfrage, sondern auch eine einheitliche Definition von Kennzahlen über alle Berichte hinweg.

Die Architektur der MIKA, die in der beigefügten Architekturgrafik [Referenz auf Architekturgrafik in untensteheder PDF] dargestellt ist, zeigt die direkte Verbindung von der PPG (Portfolio/Quote) über das Project System bis hin zum SAC MIKA Dashboard. Dies unterstreicht die End-to-End-Transparenz, die für ein effektives Projekt-Controlling unerlässlich ist. 

Relevante Artikel

Die Konfigurationseinheit 7

BDF EXPERTS launcht neue Website

PRESSEMITTEILUNG BDF EXPERTS launcht neue Website Klare Struktur, geschärfte Positionierung und vertiefte e zu SAP-Lösungen für komplexe Prozesse......
Die Konfigurationseinheit 9

25 Jahre BDF EXPERTS: Unsere Finance-Lösungen im Überblick (6/25)

25 JAHRE BDF 25 Jahre BDF EXPERTS: Unsere Finance-Lösungen im Überblick (6/25) Im sechsten Beitrag unserer......
Die Konfigurationseinheit 9

25 Jahre BDF EXPERTS: Die Evolution unserer Produkte – Von DCC zu SAP PPG (5/25)

25 JAHRE BDF 25 Jahre BDF EXPERTS: Die Evolution unserer Produkte – Von DCC zu SAP PPG (5/25) Im Rahmen unserer Kampagne......
KONTAKT

Gemeinsam
die richtige Lösung finden.

Wir beantworten gerne Ihre Fragen und unterstützen Sie dabei, die passenden Leistungen für Ihre Anforderungen zu finden.

Die Konfigurationseinheit 13