Von KI-lizenziert zu KI-erfolgreich: So generieren Sie messbaren Nutzen im Finance-Bereich
Warum die meisten KI-Piloten scheitern – und 5 Beratungsansätze, mit denen Sie aus lizenzierten Tools belastbare, wertschöpfende Finance-Prozesse machen.
Inhalt
Die Adoption von KI im Finanzbereich ist 2026 nahezu flächendeckend – der messbare Nutzen bleibt die Ausnahme. Fünf Beratungsansätze, mit denen aus Piloten belastbare Finance-Prozesse werden.
2026 setzen rund 90 % der Finanzfunktionen mindestens eine KI-Lösung ein. Einen messbaren Nutzen sehen bislang nur 14 %. Diese Lücke zwischen Adoption und Wirkung ist die eigentliche Herausforderung des Jahres – und sie entscheidet sich längst nicht mehr an der Technik.
Hohe Adoption, seltener Return
Die Marktzahlen zeichnen ein klares Bild. Gartner erwartet, dass bis 2026 rund 90 % der Finanzabteilungen mindestens eine KI-Lösung im Einsatz haben – der Anteil hat sich binnen zwei Jahren nahezu verdoppelt. Laut dem CFO-Signals-Survey von Deloitte machen 54 % der CFOs die Integration von KI-Agenten zur Top-Priorität für 2026. Dem steht eine ernüchternde Zahl gegenüber: In einer Befragung von 200 US-Finanzchefs durch RGP berichten nur 14 % von einem klar messbaren Effekt ihrer KI-Investitionen.
Der Report State of AI in Finance 2026 von CFO Connect zeigt, woran es hakt. Zwar nutzen inzwischen 56 % der Finanzverantwortlichen KI – doch der Finanzbereich rangiert damit auf dem letzten Platz aller Unternehmensfunktionen. 45 % der Teams stecken im begrenzten Pilotmodus, nur 17 % setzen KI in ihren Kernprozessen ein. Als Hürden nennt der Report volle Abschlusszyklen, die keine Zeit zum Experimentieren lassen, Sicherheits- und Vertraulichkeitsbedenken, fehlendes Training – und eine bemerkenswerte Ratlosigkeit: 68 % der CFOs wissen nach eigener Aussage nicht, wo sie anfangen sollen.
Die Technik ist längst da
Am Werkzeugkasten liegt es nicht. Die Fähigkeiten wandern gerade vom Prototyp ins Produkt: In transaktionsstarken Prozessen wie Rechnungsverarbeitung, Zahlungszuordnung und Kontenabstimmung sind agentische KI-Funktionen laut BCG bereits im produktiven Einsatz – spezialisierte Anbieter berichten bei der Zahlungszuordnung von berührungslosen Automatisierungsraten über 90 %. In Planung und Performance Management stehen KI-gestützte Modellgenerierung, dialogbasierte Planung und kontinuierliches Reforecasting kurz vor der Reife.
Warum kommt davon so wenig im Ergebnis an? Die Boston Consulting Group liefert in ihrer gemeinsam mit SAP erstellten Analyse „The CFO’s AI Agenda“ die klarste Antwort: Nach BCG-Forschung gehen nur etwa 10 % des KI-Erfolgs auf die Modelle selbst zurück und weitere 20 % auf die Technologieplattform. Die verbleibenden 70 % entscheiden Organisation, Prozesse und Kompetenzen – genau die Grundlagen, die in den meisten Finanzorganisationen noch im Aufbau sind. KI schafft nur dort Wert, wo sie auf einer vertrauenswürdigen Datenbasis arbeitet, nah an den Prozessen, die sie unterstützen soll.
DIE 70/20/10-REGEL
Nur 10 % des KI-Erfolgs gehen auf die Modelle zurück, 20 % auf die Plattform. 70 % entscheiden Organisation, Prozesse und Menschen – dort setzt Beratung an.
Fünf Beratungsansätze für den Weg zum messbaren Nutzen
Aus diesem Befund leiten wir bei BDF EXPERTS fünf konkrete Beratungsansätze ab. Sie bauen aufeinander auf, lassen sich aber einzeln starten – dort, wo Ihre Organisation heute steht.
01 · DATENOPTIMIERUNG FÜR DEN KI-EINSATZ
Wenn KI im Finanzbereich enttäuscht, wird meist das Modell hinterfragt. Fast immer liegt es an den Daten. Ein Hauptbuch aus nackten Kontonummern und Buchungscodes gibt einem KI-Agenten nichts, worüber er schlussfolgern könnte. Die meisten Finanzorganisationen arbeiten zudem mit einem Flickenteppich aus ERP, Planungswerkzeugen und Excel – jedes System hält nur einen Teilblick auf das Geschäft. Menschen überbrücken das mit Erfahrungswissen. KI kann das nicht.
Unser Ansatz beginnt deshalb bei der Datenbasis im SAP-Kern: harmonisierte Stammdaten, ein einheitlicher Kontenplan, konsistente Kostenstellen-, Profitcenter- und Produkthierarchien – und ein Liveanschluss an die Bewegungsdaten statt statischer Extrakte. Darauf setzt die semantische Schicht auf: Treiberbeziehungen werden explizit modelliert (Umsatz zu Preis, Menge und Kanalmix; Kosten zu Produktion und Personal), Transaktionen um Kontext wie Region, Produkt und Kundensegment angereichert. Erst wenn „Marge“ in Europa dasselbe bedeutet wie in Asien, hat ein Agent einen stabilen Boden für seine Analyse – ein menschlicher Analyst gleicht abweichende Definitionen stillschweigend aus, eine KI übernimmt sie ungeprüft.
Wichtig dabei: Das ist keine mehrjährige Datenmigration. Wir arbeiten inkrementell und Use-Case-getrieben – eine Planungsdomäne nach der anderen, jede Etappe verbessert messbar sowohl die KI-Reife als auch die Finance-Performance. Momentum schlägt Perfektion.
02 · PROZESSSTANDARDISIERUNG UND USE-CASE-PRIORISIERUNG
Die meisten KI-Piloten scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass Intelligenz auf Prozesse gesetzt wird, die nie auf Konsistenz ausgelegt waren. Wer einen fragmentierten Prozess automatisiert, skaliert die Fragmentierung. Wir drehen die übliche Reihenfolge um: Am Anfang steht nicht die Technologie, sondern der Wert – ein schnellerer Abschluss, eine genauere Prognose, weniger Abstimmungsaufwand. Daraus leiten sich Daten-, Prozess- und Technologieanforderungen ab. Standardisiert wird parallel zur KI-Einführung, nicht davor; frühe Effizienzgewinne finanzieren die nächste Welle.
03 · KI-GOVERNANCE ALS ARCHITEKTUR
Der Finanzbereich arbeitet unter Bedingungen, die andere Funktionen nicht kennen: regulatorische Präzision, Nachweispflichten, Funktionstrennung. „Die KI hat es so gesagt“ trägt vor keinem Aufsichtsrat und keinem Prüfer. Governance muss deshalb in die Architektur eingebaut werden, nicht nachträglich als Compliance-Übung: Datenherkunft, die jedes Ergebnis bis zur Quellbuchung zurückverfolgbar macht; Eskalationsregeln, wann ein Agent handelt und wann er übergibt; Freigabeprozesse, die die Funktionstrennung wahren. Das Leitprinzip lautet: KI schlägt vor, der Mensch entscheidet – mit wachsender Autonomie erst, wenn Verlässlichkeit nachgewiesen ist. Die Anforderungen des EU AI Act denken wir dabei von Anfang an mit.
04 · KI-AGENTEN IN DER SAP-LANDSCHAFT
Agentische KI wartet nicht auf Eingaben: Sie überwacht Daten kontinuierlich, erkennt Abweichungen, analysiert Ursachen und schlägt Reaktionen vor – im Bestellabgleich und Forderungsmanagement ist das heute produktiv, in Planung und Performance Management steht es kurz davor. Wir bringen diese Fähigkeiten in Ihre SAP-Landschaft: von der Aktivierung der KI-Funktionen im SAP-Standard bis zu eigenentwickelten Agenten, die über offene Schnittstellen wie das Model Context Protocol (MCP) kontrolliert auf Ihre Plan- und Ist-Daten zugreifen – mit klar begrenzten Schreibrechten und geregelter Prüfung. So entsteht das, was BCG als digitales Team beschreibt: Agenten, deren Arbeit die Fachverantwortlichen weiterhin besitzen und verantworten.
05 · BEFÄHIGUNG DES FINANCE-TEAMS
Eine Gartner-Umfrage von Anfang 2026 nennt den Aufbau von KI-Kompetenz im Finanzbereich als drängendste Aufgabe der CFOs – vor Technologie und Budget. Denn die Rollen verschieben sich: Wer gestern Abweichungsberichte erstellt hat, prüft morgen KI-generierte Analysen und entscheidet, welche Befunde Handeln erfordern. Wir begleiten diesen Übergang mit rollenspezifischem Kompetenzaufbau statt Einmalschulung: KI-Grundlagen und Grenzen, wirksames Prompting, das Erkennen plausibel klingender Fehler – eingeübt an realen Arbeitsabläufen, beginnend mit risikoarmen Anwendungen. Als Orientierung dient eine 30/90/365-Tage-Roadmap: erst ein reibungsintensiver Prozess und die Bestandsaufnahme der vorhandenen Werkzeuge, dann Struktur mit KI-Champions und Governance-Regeln, schließlich Skalierung auf einer belastbaren Datenbasis.
Von KI-lizenziert zu KI-erfolgreich
Für BDF EXPERTS ist das der entscheidende Schritt: aus lizenzierten Werkzeugen belastbare Finance-Prozesse machen. Als führender SAP-Partner verbinden wir tiefes Prozess- und Datenwissen im SAP-Kern mit den Business-AI-Funktionen der SAP – und mit einer Governance, die auch im Abschluss und in der Regulatorik trägt.
In der SAP-integrierten Finanz- und Treasury-Planung – etwa mit dem Liquidity Planning Cockpit (LPC), dem Cash Position Cockpit (CPC) oder der PPG MIKA (Mitlaufende Kalkulation) – zeigt sich, was den Unterschied macht: KI wird dort wirksam, wo sie auf verlässlichen Daten aufsetzt und in nachvollziehbare Prozesse eingebettet ist. Aus Piloten werden so Ergebnisse, die im Reporting Bestand haben.
Quellen: Gartner (Adoptionsprognose 2026, CFO-Umfrage Q1/2026); Deloitte, 4Q25 CFO Signals Survey (54 %); RGP-Befragung von 200 US-Finanzchefs, 2025 (14 %); CFO Connect, „State of AI in Finance 2026“ (56 % / 45 % / 17 % / 68 %, Barrieren, 30/90/365-Roadmap); Boston Consulting Group & SAP, „The CFO’s AI Agenda: From Automation to Advantage“, Mai 2026 (70/20/10, Automatisierungsraten, semantische Schicht, Governance-Prinzipien).
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