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THE DIGITAL EXPERTS

28.09.2021

Der Digitaler Zwilling

im Engineering

Was ist ein digitaler Zwilling im Engineering?

Von dem digitalen Zwilling spricht aktuell die Welt. Oft geht es vor allem um die Abbildung der Ist-Konfiguration eines Produktes, um den Service und die Instandhaltung optimal steuern zu können. Jedoch macht es auch Sinn, einen digitalen Zwilling bereits im Engineering zu erzeugen. Diese sind je nach Zielsetzung (bspw. Wiederverwendung in anderen Projekten) als projektspezifische Sammler, neutrale Module oder Konfigurationseinheiten bekannt. Im Allgemeinen werden digitale Zwillinge durch einen definierten Satz von Dokumenten und/oder Daten vollständig und widerspruchsfrei beschrieben.

Abbildung 1: Daten eines Moduls
Abbildung 1: Daten eines Moduls

Diese Daten kommen oft nicht nur aus einem System, sondern sind Informationen, die aus verschiedenen Systemen (bspw. CAD Systeme, PDM Systeme oder auch Requirements Systeme) zusammengeführt werden, um einen vollständigen Satz aller Informationen abzubilden.

Das Ziel ist es, so einen Datensatz aufzubauen, der alle relevanten Daten enthält, um die Abwicklung der Entwicklung und Beschaffung bzw. Produktion eines Produktes zu unterstützen, aber auch im Falle von Änderungen die Auswirkungen abschätzen und alle relevanten Stake Holder sofort informieren zu können.

Abbildung 2: Zusammensetzung digitaler Zwilling
Abbildung 2: Zusammensetzung digitaler Zwilling

Einmalige und wiederverwendbare Module

Mittels des BDF Process Control Centers (BDF PCC) können die einmaligen, aber auch wiederverwendbare Module erzeugt werden. Dabei muss das Modul nicht nur aus einer Ebene bestehen, sondern kann wie in diesem Beispiel aus einer projektspezifischen Zuordnung (KE Verwendung), des konkret verwendeten Materialstammes (Materialzuordnung unter KE Verwendung), des Moduls (KE) und dessen ggfs. Auswahl an Materialstämmen gleichen Typs (Materialzuordnung unter KE) und den eventuell schon definierten servicerelevanten Bauteilen (Last Replacable Unit) und deren Materialstämme (Materialzuordnung unter Last Replacable Unit) bestehen.

Abbildung 3: Beispiel Aufbau digitaler Zwilling
Abbildung 3: Beispiel Aufbau digitaler Zwilling

Wiederverwendbare Module können dann in eine Moduldatenbank überführt und in neue Projekte ohne großen Aufwand integriert und abgewickelt werden.

Mittels der BDF Funktionalitäten zur Planung und Verfolgung von virtuellen Materialstämmen und Dokumenteninfosätzen kann der Planzustand eines Moduls definiert und dieser Umfang als Arbeitsvorrat im SAP verwendet und an andere Systeme weitergegeben werden. Dadurch lässt sich die Erstellung eines Moduls jederzeit transparent darstellen.

Maximilian Böttge, Consultant - BDF EXPERTS

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Der digitale Zwilling ist da und nun?

Ist der digitale Zwilling erstellt, verknüpft er an einer Stelle zahlreiche Daten aus dem Engineering, dem Anforderungsmanagements, dem Controlling, dem Einkauf, der Warenwirtschaft, dem Qualitätsmanagement und weiteren Bereichen. Dadurch ermöglicht der digitale Zwilling, bei Änderungen die Auswirkungen abzuschätzen und alle relevanten Stake Holder sofort informieren zu können. Bei wiederverwendeten Modulen lassen sich sogar Abhängigkeiten zu anderen Projekten und deren Auswirkungen dort darstellen und den Änderungsumfang definieren. Auch Abhängigkeiten zu anderen Modulen bei Änderungen lassen sich über gerichtete Verknüpfungen darstellen.

Der digitale Zwilling kann dann entweder als projektspezifische Kopie oder wie im Beispiel in Abbildung 3 mittels einer projektspezifischen Verwendung zur logistischen Abwicklung genutzt werden. Dadurch können die BDF Prozesse zur logistischen Abwicklung (LOG-Prozesse) direkt auf dem digitalen Zwilling laufen, wodurch auch im Änderungsfall die logistischen Informationen (ist eine Bestellung oder ein Fertigungsauftrag zu diesem Modul offen?) direkt genutzt werden können.

Abbildung 4: Beispiel Verknüpfungen des digitalen Zwillings
Abbildung 4: Beispiel Verknüpfungen des digitalen Zwillings